Agenda 2026

Macht. Märkte. Zeitenwende. Europas Industrie in der neuen Weltordnung

Die industrielle Globalisierung war jahrzehntelang von Stabilität, Effizienz und offenen Märkten geprägt. Doch geopolitische Rivalität, Energiekrisen und strategische Abhängigkeiten verändern die Regeln grundlegend. Der Vormittag zeichnet die neue Realität nach: Warum Wirtschaftspolitik zur Sicherheitspolitik wird – und weshalb Unternehmen ihre Rolle im globalen System neu definieren müssen.

Durch den Tag führen Sie:

Beatrice Schmidt

Rudolf Loidl

9:00 - 9:40

Die neue Weltordnung: Machtverschiebungen und ihre Folgen für Europa

Berliner Humboldt-Universität: Die globale Ordnung befindet sich im Umbruch. Geopolitische Rivalität, neue Konfliktformen und die strategische Nutzung von Wirtschaft, Technologie und Ressourcen verändern die Grundlagen wirtschaftlichen Handelns. Europa steht dabei zunehmend zwischen Abhängigkeit und strategischer Eigenständigkeit und ist gefordert, seine Rolle in einer multipolaren Welt neu zu definieren. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für Industrie, Politik und wirtschaftliche Zusammenarbeit?

Herfried Münkler

9:40 - 10:15

Geopolitik und Industrie: die neue Machtbalance zwischen Privatwirtschaft und Staat im Kontext der veränderten Sicherheitslage

European Council on Foreign Relations: Im Zuge der sich zuspitzenden geopolitischen Gefahrenlage verändert sich auch die Rahmenbedingungen für Unternehmen. Auf der einen Seite sind sie potenzielle Angriffsziele für hybride Kriegsführung - auf der anderen Seite kommen neue Aufgaben und Rahmenbedingungen auf sie zu: Eine zentrale Rolle in (militärischen) Operationen. All diese Entwicklungen bedeuten eine Neukalibrierung der Beziehung zwischen Staat und Unternehmen.

Dr. Ulrike Franke

10:15 - 10:55

Kaffeepause

10:55 - 11:10

Österreichs Industriestrategie: Vom wirtschaftlichen zum geopolitischen Standortmodell

Industriellenvereinigung: Die Rahmenbedingungen für industrielle Wertschöpfung verändern sich grundlegend. Offene Märkte und internationale Arbeitsteilung waren lange zentrale Erfolgsfaktoren des österreichischen Industriestandorts.

Zunehmend rücken jedoch geopolitische Spannungen und strategische Abhängigkeiten in den Fokus. Der Standort entwickelt sich damit von einem wirtschaftlich geprägten Modell hin zu einem geopolitisch eingebetteten System.

Christoph Neumayer

11:10 -12:00

PANELDISKUSSION: Von der Globalisierung zur Geoökonomie – Wer setzt künftig die Regeln?

Im Rahmen der Paneldiskussion wird der Frage nachgegangen, wie sich die Rolle der Wirtschaft in einer zunehmend geopolitisch geprägten Welt verändert. Diskutiert wird, ob Wirtschaftspolitik zunehmend zur Sicherheitspolitik wird, ob Subventionen und aktive Industriepolitik zur neuen Normalität werden und welche strategische Position Europa im Spannungsfeld zwischen den USA und China einnimmt. Ebenso steht zur Debatte, wie sich in diesem Umfeld die Beziehung zwischen Staat und Unternehmen neu definiert und welche Verantwortung der Industrie dabei zukommt.

Mario Haidlmair ​​​​

Franz-Peter Mitterbauer

Dr. Ulrike Franke

Herfried Münkler

Christoph Neumayer

12:00 - 13:30

Mittagspause

13:30 - 15:00

Parallel Sessions

  • Simon-Kucher & Partners: Von globaler Skalierung zu regionaler Stärke: Die neue Logik des Wachstums
  • Fabrik des Jahres Österreich: Finalisten-Präsentationen & Jurybewertung

15:00 - 15:30

Kaffeepause

15:30 - 15:45

Digitalisierung in einer fragmentierten Welt

Digitale Technologien sind ein strategischen Faktor industrieller Wettbewerbsfähigkeit und zunehmend auch eine geopolitischen Frage. Wie können europäische Unternehmen ihre digitale Infrastruktur sichern und gleichzeitig Innovation und Effizienz vorantreiben?

15:45 - 16:00

Produzieren in einer fragmentierten Welt

Tyrolit Group: Globale Lieferketten stehen unter Druck: Handelskonflikte, geopolitische Spannungen und strategische Abhängigkeiten verändern die Logik internationaler Produktion. Wie organisieren Unternehmen ihre Wertschöpfung zwischen Effizienz, Sicherheit und regionaler Resilienz?

Thomas Friess

16:00 - 16:15

Kritische Materialien in einer fragmentierten Welt

Treibacher Industrie: Ob Energiewende, Hightech oder Verteidigung: Viele Schlüsselindustrien hängen von wenigen strategischen Materialien ab. Die Sicherung der Produktion von kritischen Materialien wird damit zur entscheidenden Frage für Europas industrielle Zukunft.

Stefan Greimel

16:15 - 16:30

Grundstoffe in einer fragmentierten Welt

HAI Gruppe: Grundstoffindustrien stehen im Zentrum des geopolitischen Wettbewerbs: hohe Energiepreise, globale Überkapazitäten und strategische Industriepolitik verändern die Wettbewerbsbedingungen fundamental. Wie kann Europa seine industrielle Basis sichern?

Rob van Gils

16:30 - 17:15

PANELDISKUSSION: Resilienz statt Effizienz? Wie Europa seine industrielle Basis sichern kann

Im Rahmen der Paneldiskussion wird diskutiert, ob Wirtschaftspolitik zunehmend zur Sicherheitspolitik wird und ob Subventionen sowie aktive Industriepolitik zur neuen Normalität werden. Ebenso steht die Frage im Mittelpunkt, welche Rolle Europa im Spannungsfeld zwischen den USA und China einnimmt und wie sich in diesem Umfeld die Beziehung zwischen Staat und Unternehmen verändert.

Thomas Friess

Stefan Greimel

Rob van Gils

Christian Knill

19:00 - 22:00

Networking Abend & Award-Verleihung Fabrik des Jahres

Am Abend des ersten Kongresstages erwartet Sie ein gemeinsamer Ausklang mit BBQ-Buffet und Abendprogramm. In diesem Rahmen werden in Kooperation mit Fraunhofer Austria die besten Produktionsstandorte Österreichs ausgezeichnet. Verliehen werden die Awards in den Kategorien Efficient Factory, Smart Factory und Sustainable Factory. Ein feierlicher und unterhaltsamer Abschluss des ersten Kongresstages.

Resilienz. Sicherheit. Innovation.

Die geopolitische Zeitenwende zwingt die Industrie, Strategien neu zu denken. Resilienz, technologische Souveränität und strategische Autonomie werden zu zentralen Zielen wirtschaftlicher Politik.

Doch diese Transformation ist nicht nur eine Herausforderung – sie eröffnet auch neue Chancen: in der Energiewende, im Bereich Circular Economy, in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie und in technologischen Innovationen.

Der zweite Kongresstag richtet den Blick nach vorne: Welche Strategien können Unternehmen entwickeln, um Europas industrielle Stärke in einer fragmentierten Welt zu sichern?

Durch den Tag führen Sie:

Beatrice Schmidt

Rudolf Loidl

9:00 - 9:40

Wie Kreislaufwirtschaft Europas Abhängigkeit reduziert

KONTEXT Institut: Europa steht vor der Herausforderung, seine Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen und fossilen Energieimporten zu reduzieren. Eine strategisch ausgerichtete Kreislaufwirtschaft und neue industrielle Wertschöpfungsketten können dazu beitragen, Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und geopolitische Resilienz gleichzeitig zu stärken.

Katharina Rogenhofer

9:40 - 10:00

Kreislaufwirtschaft in der Stahlindustrie: CO₂-arme Produktion als Wettbewerbsfaktor

Stahl- und Walzwerk Marienhütte: Die Transformation zu einer CO₂-armen Industrie verändert die Rahmenbedingungen der Stahlproduktion grundlegend. Für energieintensive Branchen wird die Kombination aus Kreislaufwirtschaft, effizientem Ressourceneinsatz und erneuerbarer Energie zunehmend zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

Am Beispiel der Marienhütte zeigt Markus Ritter, wie geschlossene Materialkreisläufe, der konsequente Einsatz von Recycling und Investitionen in energieeffiziente Prozesse zur Reduktion von Emissionen beitragen und gleichzeitig die Abhängigkeit von globalen Rohstoff- und Energiemärkten verringern.

Im Fokus steht die Frage, wie industrielle Produktion unter realen Marktbedingungen nachhaltiger, resilienter und wirtschaftlich tragfähig gestaltet werden kann.

Markus Ritter

10:00 - 10:20

Sicherheit braucht Industrie - Warum Verteidigungsfähigkeit ohne industrielle Stärke nicht möglich ist

EU-Militärstab: Moderne Verteidigungsfähigkeit basiert auf technologischer Innovation und industrieller Produktionskapazität. Welche Rolle spielt die Industrie künftig für Europas Sicherheit – und welche Erwartungen entstehen daraus für Unternehmen?

Brigadier Stefan Lampl

10:20 - 10:50

Kaffeepause

10:50 - 11:00

Humanoide Robotik in der industriellen Praxis

NEOALP: Ein humanoider Roboter von NEOALP trifft auf Praxis: Gemeinsam mit CEO Christian Tauber spricht Rudolf Loidl über konkrete Einsatzmöglichkeiten und die Zukunft solcher Systeme in österreichischen Industriebetrieben.

Christian Tauber

Rudolf Loidl

NEOALP

11:00 - 11:20

Neue Allianzen zwischen Werkbank und Wehrtechnik

Rheinmetall MAN Military Vehicles: Der steigende Bedarf an Sicherheits- und Dual-Use-Technologien eröffnet neue Chancen für die Industrie. Kooperationen zwischen zivilen und militärischen Unternehmen können Innovation beschleunigen und neue industrielle Wertschöpfungsketten schaffen.

Jasmin Zehic

11:20 - 11:40

Innovation im Orbit als kritische Infrastruktur

Beyond Gravity: Satelliten, Kommunikation, Navigation und Erdbeobachtung bilden die Grundlage moderner Wirtschaft und Sicherheit. Raumfahrttechnologie entwickelt sich damit zu einer Schlüsselindustrie für technologische Souveränität und strategische Autonomie.

Kurt Kober

11:40 - 11:50

Wrap-up: Europäische Industrie stärken, wo es zählt

Syngroup Management Consulting AG: Zum Abschluss diskutieren Rudolf Loidl und Walter Woitsch, auf welche Kernkompetenzen sich Europas Industrie fokussieren muss und wie Wertschöpfung, Know-how und Management langfristig im eigenen Einflussbereich bleiben.

Walter Woitsch

Rudolf Loidl

11:50 - 12:35

PANELDISKUSSION: Subvention, Souveränität, Strukturwandel?

Europa sucht seinen Weg zwischen globalem Wettbewerb, wachsender Regulierung und dem Anspruch auf strategische Autonomie. Welche industriepolitischen Antworten braucht Europa, um Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Sicherheit miteinander zu verbinden?

Katharina Rogenhofer

Brigadier Stefan Lampl

Jasmin Zehic

Kurt Kober

Peter Koren

ab 18 Uhr

Opening Night unter der Linde

Für alle bereits angereisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Speaker und Partner laden wir am Dienstag, den 23. Juni 2026, ab 18:00 Uhr zum Get-together unter der Linde in der Parkanlage des Schloss Pichlarn ein.

Unter der großen Linde – mit Blick auf den Grimming – bietet die Opening Night Raum für Gespräche jenseits der Panels: über Führung, persönliche Resilienz und den Umgang mit Unsicherheit in einer Welt in der Technologie, KI und geopolitische Brüche permanent verändern. Wie führt man Organisationen – und sich selbst – in einer Ära permanenter Disruption?

18:30

Gespräch unter der Linde: Fokus finden im Lärm der Welt

Moderne Führung verändert sich grundlegend. In einer Welt, die von künstlicher Intelligenz, technologischen Umbrüchen und geopolitischer Unsicherheit geprägt ist, müssen Führungskräfte Orientierung geben und Entscheidungen unter hoher Komplexität treffen. Dabei wird die Fähigkeit, Komplexität zu reduzieren und klare Prioritäten zu setzen, zur zentralen Managementkompetenz. Gleichzeitig gewinnen Purpose, Authentizität und persönliche Resilienz an Bedeutung, um Organisationen durch permanente Veränderung zu führen und Stabilität in unsicheren Zeiten zu schaffen.

Ali Mahlodji

Thomas Welser

Beatrice Schmidt

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