Agenda 2026
Macht. Märkte. Zeitenwende. Europas Industrie in der neuen Weltordnung
Die industrielle Globalisierung war jahrzehntelang von Stabilität, Effizienz und offenen Märkten geprägt. Doch geopolitische Rivalität, Energiekrisen und strategische Abhängigkeiten verändern die Regeln grundlegend. Der Vormittag zeichnet die neue Realität nach: Warum Wirtschaftspolitik zur Sicherheitspolitik wird – und weshalb Unternehmen ihre Rolle im globalen System neu definieren müssen.
Durch den Tag führen Sie:
Die neue Weltordnung: Machtverschiebungen und ihre Folgen für Europa
Berliner Humboldt-Universität Nach seiner viel beachteten Keynote beim Industriekongress 2025 kehrt Herfried Münkler erneut auf die Bühne zurück. Der renommierte Politikwissenschaftler analysiert, wie sich die globale Ordnung neu sortiert: geopolitische Rivalität, hybride Konflikte, technologische Abhängigkeiten und der strategische Einsatz von Energie, Rohstoffen und Lieferketten verändern die Grundlagen wirtschaftlichen Handelns. Europa steht dabei vor einer dreifachen Herausforderung: Es muss seine industrielle Stärke sichern und zugleich politisch und sicherheitspolitisch handlungsfähiger werden. Münkler ordnet ein, was eine multipolare Welt für Europas Wirtschaft, Sicherheit und strategische Eigenständigkeit bedeutet – und welche Rolle Industrie und Politik in dieser neuen Machtarchitektur spielen können.
Geopolitik und Industrie: die neue Machtbalance zwischen Privatwirtschaft und Staat im Kontext der veränderten Sicherheitslage
European Council on Foreign Relations Mit der Verschärfung der geopolitischen Lage werden Unternehmen zunehmend zum Ziel hybrider Bedrohungen – von Cyberangriffen über Desinformation bis hin zu Sabotage kritischer Infrastruktur. Gleichzeitig gewinnen Unternehmen selbst strategische Bedeutung: als Technologiepartner, Betreiber kritischer Systeme oder Teil sicherheitsrelevanter Lieferketten. Damit verschiebt sich auch das Verhältnis zwischen Staat und Wirtschaft.
Kaffeepause
Österreichs Industriestrategie: Vom wirtschaftlichen zum geopolitischen Standortmodell
Industriellenvereinigung Offene Märkte und internationale Arbeitsteilung waren lange zentrale Erfolgsfaktoren des österreichischen Industriestandorts. Doch die Ära der reinen Globalisierung geht zu Ende. Für Österreichs Industrie bedeutet das einen tiefgreifenden Wandel: Der Standort wird nicht mehr allein ökonomisch definiert, sondern zunehmend geopolitisch. Europas Unternehmen müssen ihre Strategien neu ausrichten – zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und strategischer Eigenständigkeit.
PANELDISKUSSION: Von der Globalisierung zur Geoökonomie – Wer setzt künftig die Regeln?
Im Rahmen der Paneldiskussion wird der Frage nachgegangen, wie sich die Rolle der Wirtschaft in einer zunehmend geopolitisch geprägten Welt verändert. Diskutiert wird, ob Wirtschaftspolitik zunehmend zur Sicherheitspolitik wird, ob Subventionen und aktive Industriepolitik zur neuen Normalität werden und welche strategische Position Europa im Spannungsfeld zwischen den USA und China einnimmt. Ebenso steht zur Debatte, wie sich in diesem Umfeld die Beziehung zwischen Staat und Unternehmen neu definiert und welche Verantwortung der Industrie dabei zukommt.
Mittagspause
Parallel Sessions
- Fabrik des Jahres Österreich: Finalisten-Präsentationen & Jurybewertung. (Fraunhofer Austria und INDUSTRIEMAGAZIN)
- Von globaler Skalierung zu regionaler Stärke: Die neue Logik des Wachstums. (Simon-Kucher & Partners)
- Die Produktion der Zukunft: Standort sichern, global bestehen. (Siemens AG Österreich)
- Wie stelle ich die Kontinuität meines Geschäfts bei externen & internen Ereignissen kosteneffizient sicher? (AWS)
- Effizienz mit Wirkung: Wie Unternehmen Maßnahmen in Ergebnis übersetzen (ERA Group)
Kaffeepause
Infrastruktur in einer fragmentierten Welt
Knill Gruppe Stromnetze, Bahninfrastruktur und Verbindungstechnik werden zunehmend zu strategischen Faktoren für Europas industrielle Wettbewerbsfähigkeit. Mit ihren Unternehmen in den Bereichen Bahn-, Energie- und Kabeltechnik erlebt die Knill Gruppe unmittelbar, wie geopolitische Spannungen, Elektrifizierung und neue Industriepolitik die industrielle Infrastruktur Europas verändern. Wo steht Europa heute bei Netzen, Infrastruktur und industrieller Resilienz — und was muss passieren, damit der Standort künftig wettbewerbsfähig und strategisch handlungsfähig bleibt?
Kritische Materialien in einer fragmentierten Welt
Treibacher Industrie Ob Energiewende, Hightech oder Verteidigung: Viele Schlüsselindustrien hängen von wenigen strategischen Materialien ab. Die Sicherung der Produktion von kritischen Materialien wird damit zur entscheidenden Frage für Europas industrielle Zukunft.
PANELDISKUSSION: Resilienz statt Effizienz? Wie Europa seine industrielle Basis sichern kann
Im Rahmen der Paneldiskussion wird diskutiert, ob Wirtschaftspolitik zunehmend zur Sicherheitspolitik wird und ob Subventionen sowie aktive Industriepolitik zur neuen Normalität werden. Ebenso steht die Frage im Mittelpunkt, welche Rolle Europa im Spannungsfeld zwischen den USA und China einnimmt und wie sich in diesem Umfeld die Beziehung zwischen Staat und Unternehmen verändert.
Networking Abend & Award-Verleihung Fabrik des Jahres
Am Abend des ersten Kongresstages erwartet Sie ein gemeinsamer Ausklang mit BBQ-Buffet und Abendprogramm. In diesem Rahmen werden in Kooperation mit Fraunhofer Austria die besten Produktionsstandorte Österreichs ausgezeichnet. Verliehen werden die Awards in den Kategorien Efficient Factory, Smart Factory und Sustainable Factory. Ein feierlicher und unterhaltsamer Abschluss des ersten Kongresstages.
- 18:30 Uhr Empfang
- 19:00 Uhr Vorspeise
- 19:30 Uhr Fabrik Preisverleihung
- 20:00 Uhr BBQ und Networking
Resilienz. Sicherheit. Innovation.
Die geopolitische Zeitenwende zwingt die Industrie, Strategien neu zu denken. Resilienz, technologische Souveränität und strategische Autonomie werden zu zentralen Zielen wirtschaftlicher Politik.
Doch diese Transformation ist nicht nur eine Herausforderung – sie eröffnet auch neue Chancen: in der Energiewende, im Bereich Circular Economy, in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie und in technologischen Innovationen.
Der zweite Kongresstag richtet den Blick nach vorne: Welche Strategien können Unternehmen entwickeln, um Europas industrielle Stärke in einer fragmentierten Welt zu sichern?
Durch den Tag führen Sie:
Mehr als nur "grün": Wie Kreislaufwirtschaft Europas Abhängigkeiten reduziert
KONTEXT Institut Europas Industrie steht vor der Herausforderung, Abhängigkeiten von kritischen Rohstoffen, Energieimporten und globalen Lieferketten zu reduzieren. Kreislaufwirtschaft entwickelt sich dabei zunehmend von einer Umweltfrage zu einem strategischen Wettbewerbsfaktor. Welche Rolle spielen neue Wertschöpfungsketten für Versorgungssicherheit, industrielle Resilienz und geopolitische Handlungsfähigkeit?
Aluminium: Kreislaufwirtschaft als industrielle Strategie
HAI Gruppe Energiepreise, Dekarbonisierung und globale Überkapazitäten verändern die Aluminiumindustrie fundamental. Am Beispiel der HAI Gruppe zeigt sich, wie Recycling, geschlossene Materialkreisläufe und erneuerbare Energie zum Wettbewerbsfaktor werden — und warum industrielle Resilienz zunehmend auch eine Frage regionaler Rohstoffkreisläufe ist.
Sicherheit braucht Industrie - Warum Verteidigungsfähigkeit ohne industrielle Stärke nicht möglich ist
EU-Militärstab Moderne Verteidigungsfähigkeit basiert auf technologischer Innovation und industrieller Produktionskapazität. Welche Rolle spielt die Industrie künftig für Europas Sicherheit – und welche Erwartungen entstehen daraus für Unternehmen?
Kaffeepause
Neue Allianzen zwischen Werkbank und Wehrtechnik
RHEINMETALL MAN MILITARY VEHICLES ÖSTERREICH GMBH Der steigende Bedarf an Sicherheits- und Dual-Use-Technologien eröffnet neue Chancen für die Industrie. Kooperationen zwischen zivilen und militärischen Unternehmen können Innovation beschleunigen und neue industrielle Wertschöpfungsketten schaffen.
Innovation im Orbit als kritische Infrastruktur
Beyond Gravity Satelliten, Kommunikation, Navigation und Erdbeobachtung bilden die Grundlage moderner Wirtschaft und Sicherheit. Raumfahrttechnologie entwickelt sich damit zu einer Schlüsselindustrie für technologische Souveränität und strategische Autonomie.
Humanoide Robotik in der industriellen Praxis
NEOALP Ein humanoider Roboter von NEOALP trifft auf Praxis: Gemeinsam mit CEO Christian Tauber spricht Rudolf Loidl über konkrete Einsatzmöglichkeiten und die Zukunft solcher Systeme in österreichischen Industriebetrieben.
Wrap-up: Europäische Industrie stärken, wo es zählt
Syngroup Management Consulting AG Zum Abschluss diskutieren Rudolf Loidl und Walter Woitsch, auf welche Kernkompetenzen sich Europas Industrie fokussieren muss und wie Wertschöpfung, Know-how und Management langfristig im eigenen Einflussbereich bleiben.
PANELDISKUSSION: Subvention, Souveränität, Strukturwandel?
Mittagspause
Aktives Netzwerken
Letzte Gespräche, BYD-Testfahrten & mehr
Opening Night unter der Linde
Für alle bereits angereisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Speaker und Partner laden wir am Dienstag, den 23. Juni 2026, ab 18:00 Uhr zum Get-together unter der Linde in der Parkanlage des Schloss Pichlarn ein.
Unter der großen Linde – mit Blick auf den Grimming – bietet die Opening Night Raum für Gespräche jenseits der Panels: über Führung, persönliche Resilienz und den Umgang mit Unsicherheit in einer Welt in der Technologie, KI und geopolitische Brüche permanent verändern. Wie führt man Organisationen – und sich selbst – in einer Ära permanenter Disruption?
Gespräch unter der Linde: Fokus finden im Lärm der Welt
Moderne Führung verändert sich grundlegend. In einer Welt, die von künstlicher Intelligenz, technologischen Umbrüchen und geopolitischer Unsicherheit geprägt ist, müssen Führungskräfte Orientierung geben und Entscheidungen unter hoher Komplexität treffen. Dabei wird die Fähigkeit, Komplexität zu reduzieren und klare Prioritäten zu setzen, zur zentralen Managementkompetenz. Gleichzeitig gewinnen Purpose, Authentizität und persönliche Resilienz an Bedeutung, um Organisationen durch permanente Veränderung zu führen und Stabilität in unsicheren Zeiten zu schaffen.
Von globaler Skalierung zu regionaler Stärke: Die neue Logik des Wachstums (Simon-Kucher & Partners)
Globalisierung verschwindet nicht – sie fragmentiert. Für Unternehmen bedeutet das: Wachstum entsteht zunehmend regional, während Strategien oft noch global gedacht sind. Fragmentierung ist dabei kein Risiko, das es nur zu managen gilt, sondern ein Test kommerzieller Leistungsfähigkeit. Erfolgreiche Unternehmen schaffen es, Wertschöpfung und Monetarisierung regional auszurichten und gleichzeitig globale strategische Kohärenz zu bewahren. Der Deep Dive zeigt, wie Unternehmen ihre kommerzielle Architektur neu denken können – um regionale Dynamik gezielt zu nutzen und daraus nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu entwickeln.
Die Produktion der Zukunft: Standort sichern, global bestehen. (Siemens AG Österreich)
Wie stelle ich die Kontinuität meines Geschäfts bei externen & internen Ereignissen kosteneffizient sicher? (AWS)
Im ersten Teil dieser Deep Dive Session beleuchten wir wie Sie mit Hilfe einer lokalen & globalen AWS Infrastruktur schnell & effizient auf externe Geschehnisse reagieren können ohne dabei eine Unterbrechung Ihres Geschäfts in Kauf nehmen zu müssen. Anschließend blicken wir in Unternehmen und demonstrieren wie Sie sich für die Zukunft resilient positionieren können – ganz gleich ob KMU oder Großunternehmen.
Effizienz mit Wirkung: Wie Unternehmen Maßnahmen in Ergebnis übersetzen (ERA Group)
Viele Unternehmen senken Kosten – sehen den Effekt jedoch nicht im Ergebnis. Einsparmaßnahmen bleiben isoliert, Wechselwirkungen werden nicht berücksichtigt und Potenziale nicht nachhaltig realisiert. In diesem DeepDive wird gezeigt, wie Kostenstrukturen transparent gemacht, Einsparpotenziale systematisch identifiziert und konsequent auf ihren Ergebnisbeitrag ausgerichtet werden. Anhand konkreter Praxisbeispiele wird aufgezeigt, wie Unternehmen ihre Kosten nicht nur reduzieren, sondern aktiv steuern und im Betrieb verankern. Im Fokus steht eine klare, datenbasierte Steuerungslogik, die Kosteneffizienz in messbare Ergebnisverbesserungen überführt. Ziel ist es, Kosten nicht nur zu senken, sondern wirksam zu managen.
Fabrik des Jahres Österreich: Finalisten-Präsentationen & Jurybewertung (Fraunhofer Austria und INDUSTRIEMAGAZIN)
Die Finalisten des Wettbewerbs präsentieren ausgewählte Best-Practice-Beispiele ihrer Standorte und geben Einblicke in Strategien, Prozesse und Erfolgsfaktoren moderner Produktion. Im Anschluss bewertet eine hochkarätige Fachjury gemeinsam mit Fraunhofer Austria die Beiträge und trifft die Entscheidung über die Sieger.